Ziel der Kamen-Initiative: Gemeinden gründen

Bibeltreue Gemeinden zu gründen – dazu ruft die Kamen-Initiative e.V. auf. Gläubige Christen können auf Dauer nur in einer geistlichen Heimat überleben und im Glauben wachsen. Darum wenden wir uns an geistlich Heimatlose, die eine klare Verkündigung und eine vom Wort Gottes geprägte geistliche Gemeinschaft entbehren.

Unsere Bekennenden Ev. Gemeinden sind nach dem Vorbild des Neuen Testaments eigenständig. Sie arbeiten zusammen bei Aufgaben, die die Möglichkeiten der Einzelgemeinde übersteigen, z.B. in der Jugendarbeit, bei Schulungen und missionarischen Projekten.

Angesichts der Vorherrschaft bibelkritischer Theologien und der Tendenz zur Ökumene mit Fremdreligionen ist eine solide Glaubensgrundlage eine unverzichtbare Voraussetzung für das geistliche Überleben der Gemeinde. Darum haben wir eine Theologische Erklärung erarbeitet und herausgegeben, die wir ihnen gerne zuschicken.

„Wir bekennen …

  • daß die ganze Heilige Schrift von Gott bis in den Wortlaut hinein durch den Heiligen Geist geredet worden ist und zugleich ganz Menschenwort ist,
  • daß sie um der Wahrheit Gottes willen in allen Aussagen wahr und vertrauenswürdig ist,
  • daß sie vollkommen ausreicht, um dem Menschen Anteil zu geben an dem in Christus vollbrachten Heil,
  • daß sie in ihren Aussagen und Absichten klar ist,
  • daß sie den Glauben an Jesus begründet und
  • daß sie die ausschließliche Norm für Lehre und Leben ist …“ (aus Chicago Erklärung, siehe Schriftenreihe).

Mit den Reformatoren bekennen wir uns zu dem vierfachen „Allein“. Allein Christus, allein die Schrift, allein aus Glauben, allein aus Gnade.

Für Lehre und Leben der Gemeinden sind die altkirchlichen (z.B. Apostolikum, Nicänum) und reformatorischen Bekenntnisse (darunter Luthers Kleiner Katechismus und die Schmalkaldischen Artikel, das Augsburgische Bekenntnis, der Heidelberger Katechismus) als biblisch normierte Normen verbindlich.
Die Anliegen der Erklärungungen von Berlin (1909), Barmen (1934), Düsseldorf (1967) und Frankfurt bleiben verpflichtend.

Wir möchten Mut machen zu einem neutestamentlichen Gemeindebau. Die Sammlung von geistlich Heimatlosen soll durch Mission und Evangelisation ergänzt werden. Das alles kann und darf nicht ohne Seelsorge geschehen. Die Seelsorge muß sich ganz am Wort Gottes orientieren, weil sonst einer Psychologisierung der Gemeinde Tür und Tor geöffnet werden.

Viele Christen entbehren seit Jahren Gottesdienst, Abendmahl und Seelsorge. Sie haben sich in Hauskreise zurückgezogen. Die durchschnittliche Lebenserwartung von Hauskreisen aber ist gering, vor allem, weil die Kraft für Jugendarbeit fast nie ausreicht. Darum ist es unser Anliegen, daß sich mehrere Hauskreise zu einer neuen Gemeinde zusammenschließen.

Die gängigen „Parolen“, in bibelkritischen Gemeinden auszuharren, sind nicht zu rechtfertigen. Das Monopol bibelwidriger Theologien beherrscht alle ev.-theologische Fakultäten und Kirchlichen Hochschulen. Auch viele Bibelschulen sind nicht mehr als bibeltreu zu betrachten. Die Hoffnung auf einen bibeltreuen Pastor erfüllt sich nur in Ausnahmefällen.

Wir denken nicht an eine neue große Kirche. Wir wollen mithelfen, daß es an möglichst vielen Orten wieder eine lebendige, bibeltreue Gemeinde gibt. Auch wenn es kleine Gemeinden sind, auch wenn sich nur Wenige zum Gottesdienst und zum Gebet treffen, haben sie doch alle Verheißungen der Bibel auf ihrer Seite. „Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“ Matthäus 18,20

Die Not unserer Zeit

Nur sehr wenige Pastoren verkündigen noch das Evangelium gemäß der Heiligen Schrift. Das Wort vom Kreuz, das denen eine Torheit ist, die verloren gehen (1. Korinther 1,18), ist weithin einer der Welt und ihren Bedürfnissen angepassten Botschaft gewichen. Die Verlorenen werden weithin nicht mehr zur Umkehr gerufen. Sünde wird nicht mehr Sünde genannt, sondern die Botschaft der Bibel den Menschen unserer Zeit angenehm gemacht. Das Ärgernis des Kreuzes ist einem „Wohlfühlevangelium“ gewichen. So aber kommt es nicht zu einem Glauben, wie er der Heiligen Schrift entspricht: Buße und Bekehrung, Wiedergeburt und Glaubensgehorsam.

Es ist keine Dauerlösung, wenn Christen unter bibelkritischen Kanzeln ausharren. Es ist auch keine Lösung, in charismatische Kreise abzuwandern oder sich Gemeinden anzuschließen, die längst der Ökumene verfallen sind. Allein das Evangelium schafft Glauben und neues Leben aus Gott.

Wenn Gefühle und Erlebnisse, Visionen und Geistesgaben an die erste Stelle treten, bleiben die Menschen in einem religiösen Glückseligkeitswahn stecken. Sie verlieren den Blick für die Botschaft Jesu Christi, die zur Nachfolge auch in Krankheit, schwerstem Leiden und größten Anfechtungen ruft. Der Preis der echten Nachfolge Jesu war und ist immer hoch. Aber sein Lohn ist ewiges Heil. Nur wer sich als Sünder begreift, der Gottes Gnade braucht, dringt zur Freiheit des Evangeliums durch.

Immer weniger Menschen können beurteilen, ob der Inhalt der Verkündigung der Bibel entspricht. Wo Gottes Geist die Ohren öffnet, ist lebendiger Glaube, Brüder und Schwestern finden zusammen und ihr Dienst für den Herrn wird durch Einmütigkeit glaubwürdig und zum Zeugnis für die Welt.

Was können Sie und wir tun, wenn die bibeltreuen Alternativen fehlen?

Uns muß ganz klar sein, daß wir in einem geistlichen Überlebenskampf stehen, wie er größer nicht sein könnte.

Vom ehemaligen EKD-Ratsvorsitzenden Dietzfelbinger stammt das Wort:

  • „Heute, da der Glaubenskampf härter ist als im Dritten Reich…“ (Zitat aus Tarnwort „Pluralismus“, S.5 oben rechts; vollständiger Text: IbH-Heft SR 84, bei uns zu beziehen)

Theo Lehmann gegen ein immer seichteres Christentum in Deutschland:

  • „Oder denken wir etwa, die weltweite Christenverfolgungswelle wird ausgerechnet um das liebe „old Germany“, die Insel der Seligen, einen Bogen machen? Wir haben wohl vergessen, daß Paulus (aus dem Gefängnis) geschrieben hat: „Alle, die gottesfürchtig leben wollen in Jesus Christus, müssen Verfolgung erleiden“ (2.Timotheus 3,12). Ich genieße es voll Dankbarkeit, daß ich nach den DDR-Jahren in einem freien, demokratischen Land leben darf, in dem ich wegen meines Glaubens an Jesus weder diskriminiert noch verfolgt werde. Aber ich sehe das als eine Atempause an, die Gott uns gönnt, zum Luftholen. Denn daß das alles immer so friedlich bleiben wird, wird mir angesichts der Entwicklung in der Welt immer unwahrscheinlicher. Wir sollten die Atempause benutzen, um uns auf die Zeiten vorzubereiten, in denen Christsein nicht mehr „geil“, sondern gefährlich ist. Was wir brauchen, sind bibelfeste, feuerfeste, KZ-fähige Christen.“ (vollständiger Text IbH-Heft SR 140)

Bischof Otto Dibelius hat gesagt:

  • „Ich bete darum, daß die Zahl der Entschiedenen und Getreuen wachse, damit, wenn die Volkskirche zerfällt, die neue Bekennende Kirche bereitstehe, die die bewußten evangelischen Christen nur umso fester zusammenfaßt.“

Wenn wir die Einbrüche des Bösen in unserer Zeit beobachten, dann wird uns klar, wie schwierig es ist, Kurs zu halten:

  • Die Spaltungen von Gemeinden wegen persönlicher Auseinandersetzungen und wegen Machtkämpfen sind für viele sehr irritierend. Wenn Menschen den Namen Christi gebrauchen, aber im Grunde nur auf Machtausübung aus sind, schaden sie dem geistlichen Leben vieler.
  • Die Zerstörung der Familien macht auch vor christlichen Kreisen nicht halt.
  • Der Verlust der geistlichen Linie läßt Menschen immer weiter von der Botschaft der Bibel abrücken. Wo Selbstfindung, Selbstverwirklichung und Glücksfindung im Mittelpunkt des menschlichen Denkens stehen, tritt der Gehorsam gegenüber der Botschaft des Evangeliums in den Hintergrund. Die Bibel wird dazu mißbraucht, die eigene Lebensführung zu rechtfertigen.

Reiseprediger

Die Kamen-Initiative hat im Jahre 2000 ihren ersten Reiseprediger anstellen können. Ein Reiseprediger kennzeichnet sich dadurch, daß er keine eigene Gemeinde hat. Trotzdem kann er sich um eine bestimmte Gemeinde über einen längeren Zeitraum kümmern.

Er ist unterwegs, um

  • Gottesdienste zu halten,
  • Seelsorge zu üben, besonders dort, wo Menschen am Ort überfordert sind,
  • Älteste zu ermutigen, zu schulen und zu begleiten,
  • Bibelstunden und Vorträge zu halten,
  • Gemeinden zu beraten,
  • Freizeiten durchzuführen,
  • Kontakte aufzubauen.

Ein Kreis von Brüdern und Schwestern begleitet ihn dabei im Gebet. Die Kamen-Initiative versteht sich als Dienstgemeinschaft. Sie ermöglicht dem Reiseprediger, seinen oft sehr schweren Dienst zu tun und Geschwister aufzurichten, die in einer ungeistlichen Resignation gefangen sind. Die Frage, ob sich ein Dienst in einer Gemeinde finanziell lohnt, muss darum nicht entscheidend sein für den Dienst.

Freizeitarbeit

In unseren Freizeiten geht es um grundsätzliche geistliche Fragen und konkrete Glaubensschritte, die eingeübt werden können und müssen. Da Christen, die ihre Gemeinde aus Glaubensgründen verloren haben, heute immer öfter isoliert leben, soll Gemeinschaft auch gemeindeübergreifend eingeübt werden. Christen sollen Mut schöpfen, auch in ihrem heimatlichen Umfeld wieder missionarisch tätig zu werden, gemäß dem Auftrag, den Jesus uns gegeben hat (Math.28). Uns ist es wichtig, daß auch Jugendliche hier mit eingebunden werden. Einerseits sollen sie in den Freizeiten ihr eigenes Programm haben, aber abschnittweise wird auch gemeinsame Zeit verbracht. Gemeinde Jesu besteht aus Jung und Alt.

Was können Sie und wir tun?

Buße und Gebet

Ein geistlicher Aufbruch ohne Buße und Gebet ist eine Totgeburt. Wir glauben, daß es nicht unsere klugen Konzepte und unsere Bemühungen sind, die uns letztlich helfen, sondern der Herr, der seine Gemeinde baut und durchträgt. Diesen dürfen und müssen wir um klare Anweisungen für unsere Arbeit bitten.

Wir sind nichts weiter als seine Diener, die sich auf ihr Tun nichts einbilden können, weil sie nur Ihrer Pflicht nachkommen. Wir haben nichts zu erbitten, als daß der Name Jesus Christi geehrt werde und wir in Dankbarkeit und Freude von dem leben, was er uns schenkt. Diese geistliche Haltung gilt es, immer wieder zu erbitten.

Wir bitten Sie, mit uns in treuer Fürbitte für die geistlich Heimatlosen einzustehen:

  • Beten Sie mit uns für alle heimatlosen Christen, die geistlich schon geschwächt sind und unter einer falschen Verkündigung leiden!
  • Beten Sie mit uns, daß Gott wieder mehr Prediger gibt, die sein Wort in rechter und vollmächtiger Weise verkündigen!
  • Beten Sie mit uns für Älteste, die diesen Namen wirklich verdienen, weil sie den Gemeinden in biblischer Weise vorstehen und echte Vorbilder sind!
  • Beten Sie mit uns für alle geistlich Angeschlagenen, Enttäuschten und Einsamen, deren geistliches Leben abzusterben droht!
  • Beten Sie auch für unsere Aufgabe, daß uns Gott Menschen schenkt, die ihm von ganzem Herzen dienen!
  • Beten Sie für unseren Reiseprediger.
  • Beten Sie mit uns dafür, daß Gott die Möglichkeit schenkt,weitere Reiseprediger einzustellen.
  • Beten Sie auch dafür, daß der Herr uns finanziell versorgt.

Nennen Sie uns Gemeinden, die ganz besonders des Gebetes bedürfen! Neben unserem Gebetsbrief geben wir einen Freundesbrief heraus, der über unsere Arbeit im allgemeinen informiert.

Notruf

Folgt einem bibeltreuen Pastor ein Bibelkritiker, verliert die Kerngemeinde ihre geistliche Heimat. Das trifft sie meist völlig unvorbereitet. Ohne schnelle Hilfe von außen zerstreuen sich die „hirtenlosen Schafe“ oder sie verschwinden in Resignation; einzelne verschleißen sich als Einzelkämpfer.
Bitte, rufen Sie uns sofort an, je früher, desto mehr Gläubige der ursprünglichen Kerngemeinde können sich zum Kern einer neuen Gemeinde sammeln, um in der Folge eine eigenständige Gemeinde zu werden.